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kann kunst einen lebenstraum ersetzen. ist es ein lebenstraum?

woher kommt dieser drang aus toter materie leben zu erschaffen? warum stunde um stunde und tag für tag mit farben, karton, leinwand verbringen nur in der hoffnung, es könne leben geschaffen werden?

siehst du die zwei wasserhähne, der eine rot markiert, stolz, glänzend, er sieht so eitel aus in seiner warmen überlegenheit. und der andere mit dem blauen punkt auf seinem haupt. er hat schon viel gedient. verkalkt, gebeutelt von der arbeit, so tropft er, weil er nicht mehr richtig schliessen kann, der verschluss leckt, und trotzdem, immer seite an seite mit dem roten versucht er doch stetig, diesen zu erreichen, ihn mit seiner standhaftigkeit und treue zu verführen.

es kommt auf den blick an. einzig unser blick gibt allem leben. poesie.

vielleicht hat manch ein alter ausgessener sessel mehr poesie als ein gelackter yuppieschädel.

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“tout ou rien”

wir gehen, behebig und sicher, schritt nach schritt. jede stufe will erklommen werden, so lernen wir. das leben im idealfall, ein stetiger aufstieg.

komisario währenddessen: er träumt, visioniert, sein kopf brodelt in brühender hitze, ideen verdichten sich zu einem escherschen netz. sein außen jedoch: stoisch. kein mucks, kein stöhnen, majestätisch in seinem stolz. wie ein vulkan. niemand weiß, wann er ausbricht, wir ahnen nur, daß die ruhe trügerisch ist.

“ich klettere nicht”, so seine worte. “langatmige wanderschaft, das ist nicht mein.”

“ich baue mir einen hubschrauber. das dauert. natürlich. doch am ende, dann, da hebe ich ab, steil, schnell wie ein blitz. des berges gipfel? DAS ist mein.

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copyright: eva-des ist schon so viel geschaffen und kreiert worden. manchmal scheint es vergeblich. in vain.

ich wache auf, der zweifel nagt.

wenn ich male, dann kommuniziere ich.

die farbe spricht zu mir, der strich, der aus der hand gleitet und so schnell schon seine eigenen wege findet. ich folge nur.

es werden geschichten, menschen, welten, sichtbar, erstaunlich, so hätte ich mir das anfangs nie erdacht.

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